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Ehe im Islam: Rechte & Pflichten nach Koran & Sunnah

By AskTheQuran, written with AI assistance13 min readDeutsch

Die Ehe im Islam ist ein heiliger Bund, der auf Liebe, Barmherzigkeit und gegenseitigem Respekt basiert. Sie legt klare Rechte und Pflichten für beide Partner fest, die aus den Lehren des Korans und der Sunnah des Propheten Muhammad (ﷺ) abgeleitet sind, um eine harmonische und gottgefällige Partnerschaft zu fördern. ---

Einführung

Die Ehe (Nikkah) ist im Islam nicht nur eine soziale Vereinbarung, sondern ein tief spiritueller Bund, der von Allah dem Erhabenen gesegnet ist. Sie ist ein Eckpfeiler der menschlichen Gesellschaft und ein Mittel zur spirituellen Vervollkommnung der Individuen. Allah (SWT) beschreibt diesen Bund im Heiligen Koran mit ergreifenden Worten:

> وَمِنْ آيَاتِهِ أَنْ خَلَقَ لَكُم مِّنْ أَنفُسِكُمْ أَزْوَاجًا لِّتَسْكُنُوا إِلَيْهَا وَجَعَلَ بَيْنَكُم مَّوَدَّةً وَرَحْمَةً ۚ إِنَّ فِي ذَٰلِكَ لَآيَاتٍ لِّقَوْمٍ يَتَفَكَّرُونَ
> "Und zu Seinen Zeichen gehört, dass Er für euch aus euch selbst Gattinnen schuf, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken." (Koran 30:21)

Dieser Vers fasst die Essenz der islamischen Ehe zusammen: Sie ist eine Quelle der Ruhe, des Friedens, der Zuneigung (Mawaddah) und der Barmherzigkeit (Rahmah). Der Prophet Muhammad (ﷺ) betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Ehe, indem er sagte: "Wenn ein Diener Allahs heiratet, hat er die Hälfte seiner Religion vervollkommnet. So soll er Allah für die andere Hälfte fürchten." (Baihaqi, Mishkat al-Masabih).

Dieser Artikel beleuchtet die umfassenden Rechte und Pflichten, die Allah und Sein Prophet (ﷺ) für Ehepartner im Islam festgelegt haben. Wir werden die Grundlagen im Koran, die praktischen Beispiele aus der Sunnah, verschiedene Gelehrtenperspektiven und konkrete Ratschläge für eine erfüllte Ehe untersuchen. Es ist unser Ziel, ein tiefes Verständnis für diesen gesegneten Bund zu vermitteln, das auf Gerechtigkeit, Respekt und Liebe basiert.

Die Koranische Grundlage der Ehe

Der Heilige Koran legt die fundamentalen Prinzipien fest, die die Ehe im Islam regieren. Er etabliert eine Struktur, die auf Fairness, gegenseitigem Respekt und dem Wohlergehen beider Partner ausgerichtet ist. Die Verse des Korans sind nicht nur Gebote, sondern auch eine Quelle der Weisheit und Anleitung für ein harmonisches Zusammenleben.

Ein zentraler Vers, der die Beziehung zwischen Ehepartnern beschreibt, ist:

> هُنَّ لِبَاسٌ لَّكُمْ وَأَنتُمْ لِبَاسٌ لَّهُنَّ
> "Sie sind ein Gewand für euch, und ihr seid ein Gewand für sie." (Koran 2:187)

Dieser wunderschöne Vergleich des Ehepaares als "Gewand" (Libas) symbolisiert Schutz, Bedeckung, Wärme, Komfort und Schönheit. So wie Kleidung den Körper bedeckt und schützt, so sollen Ehepartner einander Schutz, Trost und Würde bieten. Sie ergänzen einander und sind untrennbar miteinander verbunden. Dieser Vers unterstreicht die Intimität, Einheit und gegenseitige Abhängigkeit in der Ehe. Es ist eine Metapher für die tiefe Verbundenheit, die sowohl physische als auch emotionale Nähe umfasst.

Der Koran betont auch die Gerechtigkeit in der Behandlung von Ehefrauen:

> وَعَاشِرُوهُنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۚ فَإِن كَرِهْتُمُوهُنَّ فَعَسَىٰ أَن تَكْرَهُوا شَيْئًا وَيَجْعَلَ اللَّهُ فِيهِ خَيْرًا كَثِيرًا
> "Und verkehrt gütig mit ihnen. Und wenn ihr Abscheu gegen sie empfindet, so mag es sein, dass ihr Abscheu gegen etwas empfindet, während Allah viel Gutes in es hineinlegt." (Koran 4:19)

Dieser Vers fordert die Ehemänner auf, ihre Frauen mit Freundlichkeit (Bil-Ma'ruf) zu behandeln, selbst wenn sie Abneigung empfinden sollten. Er erinnert daran, dass Allah oft Gutes aus Situationen entstehen lässt, die uns zunächst unangenehm erscheinen mögen. Die "gütige Behandlung" umfasst nicht nur die finanzielle Versorgung, sondern auch emotionale Unterstützung, Respekt und Geduld. Es ist eine Mahnung, über oberflächliche Unzufriedenheit hinauszublicken und das Potenzial für Wachstum und Segen in der Beziehung zu erkennen.

Ein weiterer wichtiger Vers, der oft diskutiert wird, ist:

> الرِّجَالُ قَوَّامُونَ عَلَى النِّسَاءِ بِمَا فَضَّلَ اللَّهُ بَعْضَهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ وَبِمَا أَنفَقُوا مِنْ أَمْوَالِهِمْ
> "Die Männer stehen über den Frauen, weil Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für die Frauen) ausgeben." (Koran 4:34)

Der Begriff "Qawwamun" (قَوَّامُونَ) wird hier als "stehen über", "Verantwortliche" oder "Beschützer" übersetzt. Die meisten Gelehrten interpretieren dies nicht als absolute männliche Überlegenheit, sondern als eine funktionale Verantwortung für die Führung, den Schutz und die finanzielle Versorgung der Familie. Es ist eine Pflicht, die mit der Gabe Allahs (dem Mann, die körperliche Stärke und die Verantwortung für den Unterhalt zu tragen) verbunden ist. Die "Auszeichnung" bezieht sich hier auf die Rolle als Versorger und Beschützer, nicht auf eine inhärente spirituelle Überlegenheit. Diese Rolle ist an die Bedingung geknüpft, dass der Mann seine finanziellen und schützenden Pflichten erfüllt. Wenn er dies nicht tut, verliert er den Anspruch auf diese "Qawamah". Die Frau wiederum hat ein Recht auf diese Versorgung und Schutz.

Schließlich betont der Koran die Reziprozität von Rechten und Pflichten:

> وَلَهُنَّ مِثْلُ الَّذِي عَلَيْهِنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۚ وَلِلرِّجَالِ عَلَيْهِنَّ دَرَجَةٌ
> "Und ihnen (den Frauen) stehen die gleichen Rechte zu, wie sie Pflichten haben, nach Billigkeit; doch haben die Männer einen gewissen Vorzug vor ihnen." (Koran 2:228)

Dieser Vers bestätigt die Gleichheit der Rechte und Pflichten beider Geschlechter in vielen Aspekten ("ihnen stehen die gleichen Rechte zu, wie sie Pflichten haben"). Der "Vorzug" (Darajah) wird von Gelehrten unterschiedlich ausgelegt, oft im Kontext der zuvor genannten "Qawamah" als Verantwortung für die Führung und den Unterhalt. Es ist keine Überlegenheit im Wert oder in der Menschenwürde, sondern eine funktionale Differenzierung der Rollen innerhalb der Familie, die mit der Verantwortung des Mannes für den Unterhalt und Schutz einhergeht. Diese koranischen Prinzipien bilden das Fundament für ein ausgewogenes und gerechtes Eheleben.

Hadith und Sunnah: Die Lehre des Propheten (ﷺ)

Die Sunnah, die Lebensweise und Lehren des Propheten Muhammad (ﷺ), dient als praktische Auslegung und Ergänzung der koranischen Prinzipien. Der Prophet (ﷺ) war selbst ein Ehemann und Vater und sein Leben ist das beste Beispiel dafür, wie die islamischen Eheprinzipien in die Praxis umgesetzt werden sollen. Seine Aussagen und Handlungen bieten umfassende Anleitungen zu den Rechten und Pflichten von Ehepartnern.

Rechte der Ehefrau:

Der Prophet Muhammad (ﷺ) betonte wiederholt die Rechte der Ehefrau und die Pflicht der Ehemänner, sie gut zu behandeln. Zu den wichtigsten Rechten gehören:

1. Mahr (Brautgabe): Dies ist ein obligatorisches Geschenk vom Ehemann an die Ehefrau, das bei der Eheschließung vereinbart wird und ihr allein gehört. Es symbolisiert die Ernsthaftigkeit des Eheversprechens und die Würde der Frau.
> "Gebt den Frauen ihre Brautgaben als eine Pflicht." (Koran 4:4)
2. Unterhalt (Nafaqah): Der Ehemann ist verpflichtet, für den gesamten Unterhalt seiner Frau und Kinder aufzukommen, einschließlich Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinischer Versorgung, entsprechend seinen Möglichkeiten. Die Frau ist nicht verpflichtet, zum Familienunterhalt beizutragen, selbst wenn sie wohlhabend ist.
> Es wird berichtet, dass der Prophet (ﷺ) sagte: "Eure Frauen haben ein Recht auf euch, dass ihr sie mit Nahrung und Kleidung versorgt, wie es sich gehört." (Sahih Muslim 1218)
3. Gütige Behandlung und Respekt: Der Prophet (ﷺ) forderte die Männer auf, ihre Frauen mit Güte, Liebe und Barmherzigkeit zu behandeln.
> Der Prophet (ﷺ) sagte: "Die besten unter euch sind diejenigen, die am besten zu ihren Frauen sind." (Sunan At-Tirmidhi 1162)
Er warnte auch davor, Frauen ungerecht zu behandeln oder zu schlagen, außer in extremen Fällen, wie im Koran 4:34 erwähnt, und selbst dann nur unter strengsten Bedingungen und nie in einer Weise, die Verletzungen verursacht. Die bevorzugte Methode ist immer die Ermahnung und das Bemühen um Versöhnung.
4. Emotionale und sexuelle Erfüllung: Der Ehemann ist verpflichtet, die emotionalen und sexuellen Bedürfnisse seiner Frau zu erfüllen. Die Ehe ist ein Bund der Zuneigung und Intimität.

Rechte des Ehemanns:

Auch der Ehemann hat Rechte, die von der Ehefrau respektiert werden müssen, um eine ausgewogene Beziehung zu gewährleisten:

1. Gehorsam in erlaubten Angelegenheiten: Die Ehefrau soll ihrem Ehemann in Angelegenheiten gehorchen, die nicht im Widerspruch zu den Geboten Allahs stehen. Dieser Gehorsam ist nicht absolut, sondern bezieht sich auf die Führung des Haushalts und die Aufrechterhaltung der familiären Ordnung.
> Der Prophet (ﷺ) sagte: "Wenn eine Frau ihre fünf Gebete verrichtet, im Monat des Ramadan fastet, ihre Keuschheit bewahrt und ihrem Ehemann gehorcht, wird ihr gesagt: 'Betritt das Paradies durch welches Tor du willst.'" (Musnad Ahmad 1661)
Dieser Gehorsam ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass der Ehemann selbst Allah gehorcht und keine Sünden befiehlt.
2. Schutz seiner Ehre und seines Eigentums: Die Ehefrau ist verpflichtet, die Ehre ihres Mannes zu schützen und sein Eigentum in seiner Abwesenheit zu bewahren.
3. Gegenseitige Liebe und Respekt: Auch der Ehemann hat ein Recht auf Liebe, Zuneigung und Respekt von seiner Frau. Die Ehe ist eine gegenseitige Beziehung.

Beispiele aus der Sunnah:

Das Leben des Propheten Muhammad (ﷺ) ist voller Beispiele für die praktische Anwendung dieser Rechte und Pflichten:
* Mitgefühl und Verständnis: Der Prophet (ﷺ) war bekannt für seine Geduld und sein Verständnis gegenüber seinen Frauen. Er pflegte, ihnen zuzuhören, ihre Sorgen ernst zu nehmen und sie zu trösten. Wenn Aisha (r.a.) traurig war, wusste er es und fragte sie danach.
* Hilfe im Haushalt: Obwohl er der Führer der gesamten Ummah war, half der Prophet (ﷺ) seinen Frauen im Haushalt. Aisha (r.a.) berichtete, dass er seine Kleidung flickte, seine Schuhe reparierte und Hausarbeiten erledigte (Sahih Bukhari, Adab Al-Mufrad 540). Dies zeigt, dass die Rollen nicht starr getrennt sind und Männer aktiv am Familienleben teilhaben sollen.
* Gerechtigkeit und Fairness: Er behandelte seine Frauen gerecht und fair, auch wenn er mehrere Frauen hatte. Er bemühte sich, seine Zeit und Aufmerksamkeit gerecht aufzuteilen.
* Beratung (Shura): Der Prophet (ﷺ) beriet sich oft mit seinen Frauen in wichtigen Angelegenheiten. Ein bekanntes Beispiel ist seine Beratung mit Umm Salamah (r.a.) nach dem Vertrag von Hudaibiya, was die Wichtigkeit der Meinung der Frau unterstreicht.

Die Sunnah lehrt uns, dass eine erfolgreiche Ehe auf gegenseitigem Verständnis, Respekt, Liebe, Geduld und der Erfüllung der Rechte und Pflichten beider Partner basiert, alles im Einklang mit den Geboten Allahs.

Gelehrtenperspektiven zur Ehe im Islam

Die islamischen Gelehrten haben über Jahrhunderte hinweg die koranischen Verse und Hadithe zur Ehe umfassend interpretiert und systematisiert. Ihre Perspektiven bieten tiefe Einblicke in die Nuancen der Ehebeziehung und ihre Anwendung in verschiedenen Kontexten. Obwohl es in einigen Detailfragen unterschiedliche Ansichten gibt, besteht ein breiter Konsens (Ijma) über die grundlegenden Prinzipien.

Klassische Gelehrte:

Die großen Imame der vier sunnitischen Rechtsschulen (Imam Abu Hanifa, Imam Malik, Imam Shafi'i und Imam Ahmad ibn Hanbal) haben die Ehe als einen rechtsgültigen Vertrag (Aqd) definiert, der bestimmte Rechte und Pflichten für beide Parteien mit sich bringt.
* Mahr und Nafaqah: Alle Schulen sind sich einig über die Obligation des Mahr (Brautgabe) und der Nafaqah (Unterhalt) für die Ehefrau. Der Mahr ist ihr exklusives Eigentum, und der Unterhalt ist die alleinige Verantwortung des Ehemanns, unabhängig vom Vermögen der Frau. Diese finanzielle Sicherheit für die Frau ist ein fundamentaler Aspekt des islamischen Eherechts.
* Qawamah: Die Interpretation von "Qawamah" (Koran 4:34) als männliche Verantwortung für den Schutz und Unterhalt ist ein Konsenspunkt. Die Gelehrten betonen jedoch, dass dies keine Lizenz für Despotismus ist, sondern eine Verantwortung, die mit Gerechtigkeit, Freundlichkeit und Beratung (Shura) ausgeübt werden muss. Imam al-Tabari beispielsweise interpretierte Qawamah als die Pflicht des Mannes, die Frauen zu versorgen und ihre Angelegenheiten zu regeln.
* Gehorsam der Ehefrau: Der Gehorsam der Ehefrau gegenüber dem Ehemann wird im Rahmen des "Ma'ruf" (des Guten und Angemessenen) verstanden. Er gilt nicht für Sünden oder Handlungen, die der Frau Schaden zufügen. Imam Ibn Taymiyyah betonte, dass der Gehorsam der Frau dem Gehorsam Allahs untergeordnet ist.

Zeitgenössische Gelehrte:

Moderne islamische Gelehrte wie Scheich Yusuf al-Qaradawi, Dr. Jamal Badawi und Dr. Ingrid Mattson haben die klassischen Interpretationen im Lichte der heutigen sozialen Realitäten neu beleuchtet, ohne die Kernprinzipien des Islam zu kompromittieren.
* Gleichheit und Gerechtigkeit: Viele betonen heute stärker die spirituelle Gleichheit der Geschlechter und die Notwendigkeit von Gerechtigkeit (Adl) in allen Aspekten der Ehe. Sie argumentieren, dass die Rollenverteilung flexibler sein kann, solange die Kernpflichten erfüllt werden und die Familie als Einheit funktioniert.
* Partnerschaftliche Ehe: Zeitgenössische Interpretationen fördern ein partnerschaftliches Modell, in dem beide Ehepartner sich gegenseitig unterstützen, beraten und zum Wohl der Familie beitragen, auch wenn der Mann die primäre finanzielle Verantwortung trägt. Der Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit und dem gegenseitigen Respekt, der über traditionelle Rollen hinausgeht.
* Missverständnisse von Qawamah: Moderne Gelehrte warnen davor, Qawamah als Freibrief für männliche Dominanz oder gar Missbrauch zu missverstehen. Sie betonen, dass Qawamah eine schwere Bürde der Verantwortung ist, die dem Mann auferlegt wird, um die Sicherheit und das Wohlergehen der Familie zu gewährleisten, und dass sie an Bedingungen geknüpft ist.

Praktische Anwendung in modernen Zeiten:

Die Gelehrten sind sich einig, dass die islamischen Prinzipien der Ehe zeitlos sind. Ihre Anwendung erfordert jedoch Weisheit und Anpassungsfähigkeit. In einer Welt, in der Frauen oft berufstätig sind und zum Familieneinkommen beitragen, bleibt die Verpflichtung des Mannes zum Unterhalt bestehen, aber die Dynamik der Rollen kann sich anpassen. Wichtig ist, dass die Kernwerte von Liebe, Barmherzigkeit, Respekt und Gerechtigkeit immer im Mittelpunkt stehen. Die Ehe ist eine dynamische Beziehung, die ständiges Bemühen und Verständnis von beiden Seiten erfordert, um den Segen Allahs zu erhalten.

Praktische Anleitung für eine erfüllte Ehe

Eine islamische Ehe ist ein fortwährender Weg des Lernens, der Anpassung und des spirituellen Wachstums. Um eine erfüllte und gottgefällige Ehe zu führen, sind praktische Schritte und die Vermeidung häufiger Fehler entscheidend.

Aktionsschritte für Muslime:

1. Kommunikation ist der Schlüssel: Offene, ehrliche und respektvolle Kommunikation ist unerlässlich. Sprechen Sie über Erwartungen, Gefühle, Sorgen und Wünsche. Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für Gespräche, in denen beide Partner gehört werden. Der Prophet (ﷺ) hörte seinen Frauen geduldig zu und sprach mit ihnen über ihre Anliegen.
2. Erfüllung der gegenseitigen Rechte und Pflichten: Beide Partner sollten sich ihrer islamischen Rechte und Pflichten bewusst sein und sich aktiv bemühen, diese zu erfüllen. Der Ehemann sollte für den Unterhalt sorgen und seine Frau liebevoll behandeln. Die Ehefrau sollte ihren Mann respektieren und seine Ehre schützen. Die sexuelle und emotionale Intimität ist ein Recht beider Partner.
3. Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung: Behandeln Sie Ihren Partner immer mit Würde und Respekt, auch in Meinungsverschiedenheiten. Zeigen Sie Wertschätzung für die Bemühungen des anderen, sei es im Haushalt, bei der Arbeit oder in der Kindererziehung. Der Prophet (ﷺ) sagte: "Wer den Menschen nicht dankt, dankt Allah nicht." (Sunan At-Tirmidhi 1955)
4. Gemeinsame spirituelle Entwicklung: Beten Sie zusammen, lesen Sie den Koran, besuchen Sie islamische Vorträge oder Kurse. Eine gemeinsame spirituelle Reise stärkt den Bund und die Ausrichtung auf Allah.
5. Konfliktlösung nach islamischem Vorbild: Bei Meinungsverschiedenheiten sollten Ehepartner versuchen, diese mit Geduld und Weisheit zu lösen. Der Koran schlägt vor, bei ernsten Konflikten Mediatoren aus beiden Familien einzuschalten:
> "Und wenn ihr einen Zerwürfnis zwischen den beiden befürchtet, dann schickt einen Schiedsrichter von seiner Familie und einen Schiedsrichter von ihrer Familie. Wenn sie beide eine Aussöhnung wünschen, wird Allah zwischen ihnen Eintracht stiften. Gewiss, Allah ist Allwissend, Allkundig." (Koran 4:35)

Häufige Fragen und Missverständnisse:

* "Männer haben das letzte Wort": Während der Mann die Verantwortung für die Führung und den Unterhalt trägt (Qawamah), bedeutet dies nicht, dass er ein Diktator ist. Islamische Führung basiert auf Shura (Beratung) und Gerechtigkeit. Eine gute Ehe ist eine Partnerschaft, in der beide Stimmen Gewicht haben.
"Die Frau ist nur für den Haushalt zuständig": Während die Hausführung traditionell die Domäne der Frau war, gibt es keine koranische oder sunnah-basierte Verpflichtung, die besagt, dass dies ihre einzige* Rolle ist oder dass der Mann nicht helfen darf. Wie aus der Sunnah ersichtlich, half der Prophet (ﷺ) im Haushalt. Frauen dürfen arbeiten, solange dies nicht im Widerspruch zu ihren ehelichen Pflichten steht und der Ehemann zustimmt.
* "Liebe ist alles": Während Liebe essentiell ist, ist sie nicht genug. Eine islamische Ehe erfordert auch Pflichtbewusstsein, Geduld (Sabr), Opferbereitschaft und das Streben nach Allahs Wohlgefallen. Mawaddah (Zuneigung) und Rahmah (Barmherzigkeit) sind die Säulen, die eine Ehe durch alle Phasen tragen.

Warnungen vor häufigen Fehlern:

* Vernachlässigung der emotionalen Bedürfnisse: Sowohl Männer als auch Frauen brauchen emotionale Unterstützung und Zuneigung. Das Ignorieren dieser Bedürfnisse kann zu Entfremdung führen.
* Missachtung der Rechte des Partners: Das bewusste oder unbewusste Ignorieren der Rechte des Ehepartners ist eine Sünde und schädigt den Bund.
* Eingriffe von außen: Übermäßige Einmischung von Familienangehörigen oder Freunden in eheliche Angelegenheiten kann zu unnötigen Spannungen führen. Ehepartner sollten lernen, ihre Probleme primär unter sich zu lösen oder qualifizierte islamische Berater hinzuzuziehen.
* Gewalt und Missbrauch: Jede Form von körperlicher, emotionaler oder verbaler Gewalt ist im Islam strengstens verboten und steht im völligen Widerspruch zu den Prinzipien der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, die Allah für die Ehe festgelegt hat.

Fazit

Die Ehe im Islam ist ein göttlicher Segen und eine der schönsten Institutionen, die Allah den Menschen geschenkt hat. Sie ist ein Bund, der auf tiefer Liebe, Barmherzigkeit, gegenseitigem Respekt und der Erfüllung klar definierter Rechte und Pflichten basiert. Der Koran und die Sunnah des Propheten Muhammad (ﷺ) bieten einen umfassenden Fahrplan für ein erfolgreiches und erfülltes Eheleben, das nicht nur weltlichen Frieden, sondern auch spirituelle Belohnung verspricht.

Indem Ehepartner ihre Rollen und Verantwortlichkeiten verstehen und mit aufrichtigem Herzen ausüben, können sie eine harmonische und stabile Familie aufbauen, die als Säule der Gesellschaft dient. Es erfordert ständiges Bemühen, Geduld, Vergebung und die Bereitschaft, Allahs Geboten in allen Aspekten der Beziehung zu folgen. Möge Allah alle Ehen segnen und sie zu einer Quelle der Ruhe, des Friedens und der Liebe machen.

Lasst uns abschließend mit einem Bittgebet (Dua) enden, das die Essenz einer gottgefälligen Ehe einfängt:

> رَبَّنَا هَبْ لَنَا مِنْ أَزْوَاجِنَا وَذُرِّيَّاتِنَا قُرَّةَ أَعْيُنٍ وَاجْعَلْنَا لِلْمُتَّقِينَ إِمَامًا
> "Unser Herr, schenke uns an unseren Gattinnen und unseren Nachkommen Augentrost, und mache uns zu einem Vorbild für die Gottesfürchtigen." (Koran 25:74)

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